Donnerstag, 1. April 2010

Hinter den Kulissen und zurück zum Hotel

Langsam wurde es uns zu heiß, zu sehen gab es nicht wirklich viel,  also bliesen wir zum Rückmarsch. Um diese Zeit stand  am Bootsstrand, dem Ausgangspunkt für die Inseltouren, die morgendliche Massentouristenverladung bevor, massenhaft kleine Boote aber auch große Katamarane warteten hier, was für mich die schöne Kulisse ganz schön störte. Gerade an den schönsten Plätzen dieser Welt schaffen wir Menschen es immer wieder, dass die schöne, unberührte Natur in ihrer Ursprünglichkeit verloren geht. Ich darf aber eigentlich nicht meckern, wir hatten auch einen Ausflug gebucht und Fotomotive hatte ich hier auch…..

 

 


Direkt am Strand auch wieder einige Lokale, nett und stilvoll


Nur wenige Meter entfernt, etwas abseits vom Touristenpfad, sahen wir aber auch ein Stück der Realität..........




Der Friedhof

.......bevor wir am öffentlichen Strand der Einheimischen vorbei wieder zu unserer Anlage zurückliefen.

Unterwegs machte ich u.a.  die ersten Bilder von Kokospalmen mit und ohne Nüsse und auch mit und ohne Palme :-))







Wieder „zu Hause“ machte ich dann direkt noch ein Bild von dem tollen Früchteboot mit und ohne Jürgen…..



Hier gabs total leckeres, frisches Obst, sofern man Lust hatte, sich an den immer sehr langen Schlangen anzustellen, während es das Gleiche am Buffet auch ohne Wartezeit gab. Wer einmal frische Ananas da gegessen hat, wo so etwas wächst, der mag sie zu Hause nicht mehr. Ich dachte immer, Ananas ist einfach immer leicht säuerlich. Ist sie nicht, das sind nur unsere halbreifen Importfrüchte, frische Ananas ist total süß und saftig, einfach nur lecker, das werde ich vermissen.

Wir machten kurz Halt an den Bars, wo ich mich immer frage, ob sie allein wegen den Cocktails so attraktiv waren oder auch wegen der knackigen Kellnerinnen?
Zuerst  die Swim-up-Poolbar, wo man, wie der Name freundlicherweise schon aussagt, auch an die Theke schwimmen und im Wasser sitzend seine Drinks schlürfen konnte. Sehr geile Sache! Böse Zungen behaupten, man solle dies besser mit Schwimmflügeln tun, für den Fall, dass man vom Unterwasser-Hocker kippt…..


Und dann mal wieder Michi blöd-guckend mit dem ersten Drink des Morgens. Da war es gerade erst 10 Uhr, daher war der ausnahmsweise alkoholfrei…..


Wieder am heimischen Strand angekommen fanden sich verschiedenste Motive – darf man eigentlich fremde Leute fotografieren, wenn man das Gesicht nicht sieht?? It don’t matter if you’re black or white 



Und weiter geht’s mit der Besichtigungstour unseres Strandgebietes





Perfekter Ausgangspunkt zum schnorcheln, zumindest wenn man Anfänger ist wie ich, und noch nie Fische unter Wasser gesehen hat. Man geht 5 Meter ins Wasser und es wimmelt von bunten Fischen.







Wozu hier ein Pier gebraucht wurde, blieb mir unklar, Boote legten hier keine an, ich glaube, das nutzte man mehr für die romantischen Dinners, die man hier abends buchen konnte (das dann für relativ viel Geld, versteht sich, soll aber ganz toll sein). Geradeaus sieht man Bayahibe.



Und Blick  in die andere Richtung, das Gebäude hier ist das amerikanische Grill-Restaurant, wo man beim Essen eine fantastische Kulisse hat mit Meer und Palmen, besonders abends. Links die „Schnorchelecke“



Dunkle Wolken, die wir häufig hatten, vor allem nachmittags, aber die Temperatur lag trotzdem immer bei 27-30°, so dass uns das nicht weiter störte. Im Gegenteil eigentlich, wenn die Sonne schien, brannte sie unbarmherzig, das bekamen wir auch noch zu spüren….
Den Fotos geben die Wolken ein ganz besonderes Licht.







Täglich liefen in der Anlage Fotografen rum (zum Glück unaufdringlich) um einen mit allen möglichen Tieren zu knipsen. Jürgen meinte dauernd, ich solle mir den Spaß machen denen zu zeigen, dass meine Kamera größer ist als ihre aber ich begnügte mich damit, den Leguan (?) zu fotografieren, den sie den Leuten für die Fotos auf den Kopf setzten – hier aber leider nur mit der „Betreuerin“.
Außerdem gab es Schlangen, ein Löwenkopfäffchen und einen Herrn Nilsson – für den wäre ich beinahe schwach geworden und hätte mich mit dem Affen zum Affen gemacht


Übrigens, ganz vergessen!, hatten wir am Morgen bereits festgestellt, dass uns gestern, gleich am ersten Tag, Jürgens Baseball-Cap von der Strandliege geklaut worden war. 
Das ärgerte uns und ärgert uns immer noch tierisch, da die Kappe nicht nur teuer, sondern ein besonderes Andenken an unsere USA-Reise war.  Es ist überall Security-Personal am Strand und wir waren nie sehr weit weg, aber wie man sieht wird überall gekaut, auch in Ferienanlagen mit einigen Sternen.
Das war dann leider einer der wenigen Negativ-Punkte unseres Urlaubs.

Bayahibe

Nach einer diesmal längeren Nacht empfing uns der neue Tag mit strahlendem Sonnenschein und tropischen Temperaturen. Nach einem wiederum opulenten Frühstück wollten wir uns heute das nahegelegene Dörfchen Bayahibe ansehen, die einzige Ansiedlung in der näheren Umgebung. Zuvor rief ich noch meine Bekannte Denise an, eine gebürtige Tschechin, die in Bayahibe lebt und dort mit ihrem Mann eine Tauchschule betreibt. Sie hatte uns einen Angelausflug mit einem Freund vermittelt, daher waren wir seit einigen Wochen in Mail-Kontakt und sie wollte uns gerne treffen.
So stiefelten wir nach dem Frühstück los, am Strand entlang, (man kann Bayahibe vom Hotel aus sehen) und der Fußmarsch dauert keine 10 Minuten. Im kleinen Hafen fanden wir Denise, die uns nach Übergabe meines süßen Mitbringsels ihren kleinen Laden und das ebenso kleine Dorf zeigte.

Bayahibe ist nun sicher kein repräsentatives dominikanisches Dorf mehr, nachdem man seine ideale Lage als Ausgangshafen für verschiedene Inseltouren erkannt hatte, wurde das Dorf, besonders Strand und Hafen, touristisch genutzt und hat dadurch viel von seinem ursprünglichen Charakter verloren. Trotzdem bekommt man noch einen Eindruck davon, dass es in der Karibik ganz anders ist als bei uns.


Der Dorfmittelpunkt, Tante-Emma-Laden, Kneipe, Café und Jugendtreff in einem. Solche Läden sahen wir auch auf den Fahrten von und zum Flughafen sehr häufig, immer von überwiegend jungen Leuten bevölkert.
Man kann da durchaus auch als Tourist etwas trinken oder einkaufen – man muss nur spanisch können und Pesos haben, englisch spricht man nicht und Dollars (sonst in touristischen Gebieten fast Hauptzahlungsmittel) werden nicht genommen. Wir sind nicht rein, mein Spanisch beschränkt sich auf ca. 3-5 Wörter...

Einer der wenigen befestigten Plätze in Bayahibe

Besseres Wohnhaus, allerdings hatten auch die überwiegend keine Scheiben in den Fenstern, geschweige denn irgendwelche Isolation (wozu auch, wenn es nie unter 20° wird), die Häuser bestanden aus einfachen Holzbrettern. Ziemlich cool, wenn man seinen eigenen Bananenbaum im Garten hat.

Grünanlage am Hafen, für die Touristen legt man alles schön an, typisch ist das nicht.

Der Hafen, eigentlich kann man ihn kaum so nennen, befestigte Kais gibt es nicht, die Boote legen von den Felsen ab oder ein Stück weiter vom Sandstrand. Das blau-rote Boot hatte ich schon auf etlichen Bildern in gleicher Kulisse gesehen, bestimmt liegt das nur als Touristenmotiv da.

Giftshops, immer kunterbunt und alle hatten eigentlich das Gleiche: Bilder, Modeschmuck, Zigarren, Nippesfiguren, die einheimischen Halbedelsteine Larimar (sofern die echt sind?) und teilweise ein paar Kleidungsstücke.

Die Verkäufer waren relativ penetrant, kamen mit Handschlag auf einen zugerannt, so schnell konnte man kaum flüchten, jeder war „Amigo“ und natürlich bekamen ausgerechnet wir den allergünstigsten Preis und sogar Kredit. Das erstaunte mich wirklich sehr, sie gaben einem tatsächlich die Ware mit und vertrauten darauf, dass man das Geld später brachte. Ich denke mal, die meisten braven Touristen tun das auch.
Besonders lustig, dass sie nach der Nationalität fragten, und dann alle Otto, Axel o.ä. hießen. ;-)
Unangenehm waren die Jungs trotz ihrer Aufdringlichkeit nicht, sogar relativ charmant und wenn sie merkten, dass sie gar nicht ankamen, hatte man auch schnell Ruhe.
Wir haben jedenfalls die dominikanische Wirtschaft unterstützt und uns mit mehr oder wertvollem, ganz sicher unnötigen Modeschmuck für uns und die Kinder versorgt.

Eine der Hauptstraßen, befestigt sind dort nur wenige.
In die Seitengassen konnte ich meinen Mann nicht bewegen, er hatte zu viel über Kriminalität in der Dominikanischen Republik gelesen, und wollte „in diese Slums“ nicht rein, wobei Denise zufolge Bayahibe absolut unbedenklich sei, was für uns an Slums erinnerte war dort normales Wohngebiet, das sollten wir später noch sehen.

Wo Touristen sind gibt es auch Restaurants, für ein so kleines Dorf direkt neben einer All-Inklusive-Anlage sogar erstaunlich viele.

Denise zeigte uns noch, wo wir den „Supermarkt“ finden würden, wo auch Nicht-Einheimische etwas kaufen können, bevor sie uns dann verabschiedete. Der Laden war ziemlich einfach bestückt und die meisten Sachen nicht mit Preisen versehen. Dummerweise habe ich innen drin kein Foto gemacht.
Viel kaufen konnten und wollten wir sowieso nicht, unser Gepäckgewicht für den Heimflug war ja sehr begrenzt. Wir beschränkten uns also auf ein Pfund Kaffee und eine 0,5-Liter-Flasche Cola und bezahlten dafür zusammen sagenhafte 3 Dollar. In einem Regal hatte ich noch eine einsame große Dose amerikanischen ground pepper gesehen, die ich unbedingt haben wollte, warum auch immer beschlossen wir, das beim nächsten Besuch zu kaufen, woraus dann leider nichts wurde.
Ich grübele immer noch, wie günstig der wohl gewesen wäre und ärgere mich blau, dass ich ihn nicht gleich mitgenommen habe. Nichts geht über amerikanischen Pfeffer!